Labornetzteil mit LM317






Schaltbild Platine Blick ins Gehäuse









Vorderansicht Gesamtansicht


Jeder Bastler braucht früher oder später ein anständiges regelbares Netzteil. Da so etwas auch nicht gerade billig zu haben ist, liegt nichts näher, als mal in die Bastelkiste zu schauen, was noch so geeignetes rumliegt um eben so ein Netzteil zu bauen. Ich möchte diese Beschreibung deshalb auch nicht als exakte Bauanleitung verstanden wissen, sondern eher als Beispiel oder Anregung.

Zu den Daten:
Ich verwende einen Trafo mit mehreren Wicklungen (aus einem alten Receiver?). Da ich 2 LM317 benutzen wollte um mehr Saft zu haben (z.B. zum Blei Akku laden) kam ich auf die Idee, 2 dieser Wicklungen parallel zu schalten. Manchmal benötigt man aber auch eine höhere Ausgangsspannung. Es wäre also auch schön, die Wicklungen wahlweise in Serie zu betreiben. Ein Umschalter ist die Lösung. Ich benutze ein Relay (2 fach Umschalter) welches über einen Taster und ein Flip Flop ein- und ausgeschaltet werden kann. Ein 2 fach Schalter würde es natürlich auch tun.
Letztendlich komme ich so auf einen Regelbereich von 1,2 bis 45 V. Von 1,2 bis 22 V liefert das Netzteil ca. 3 A Strom. Auf dem restlichen Bereich noch ca. 1 - 1,5 A.

Die Schaltung kurz erklärt:
TR1 und TR2 ist bei mir ein Trafo mit mehreren Wicklungen. Zwei der Wicklungen mit je 18 V (TR1) bilden die Grundversorgung des Netzteils. TR2 ist nur für die Versorgungsspannung von einem IC und einem Relay zuständig.
Die 2 mal 18 V werden getrennt gleichgerichtet und können dann anschließend mittels eines Relays (K1) wahlweise parallel oder in Serie geschaltet werden. Das darauffolgende RL (C4, L1) Glied dient der Stabilisierung. Jetzt folgen 2 LM317 Linearregler (IC1, IC2), welche mit dem Poti R7 eingestellt werden können. Wichtig sind noch die beiden Hochlastwiderstände R5 und R6. Diese verhindern ein gegenseitiges Ausregeln der LM317. Auf eine ausreichende Kühlung der Spannungsregler ist selbstverständlich zu achten.
Für die Anzeige der Ausgangsspannung verwende ich ein einfaches Panelmeter mit Bereichsumschaltung, die ich aber fest verdrahtet habe (0-200 V).
Die Umschaltung zwischen Reihen- und Serienschaltung der beiden Trafowicklungen erfolgt über einen Taster (S1) und ein Flip Flop (IC4). Das Flip Flop wird als Toggle Flip Flop angesteuert. Hierbei ist der negierte Ausgang (/Q) auf den Eingang (D) zurückgeführt. Bei jedem Taktschritt (über den Taster) ändert das Flip Flop nun seinen Ausgangswert (es toggelt). Man kann nun also mit dem Taster das Relay mit einem Tastendruck ein, und mit dem nächsten wieder ausschalten. Die geschieht über den zwischengeschalteten NPN Transistor Q1. Die Leuchtdiode US1 zeigt den aktuell geschalteten Zustand an. IC3 ist ein 5 V Festspannungsregler (7805) zur Versorgung von IC4.
Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass wenn ein Metallgehäuse zum Einsatz kommen soll, auf eine geeignete Schutzleitervebindung geachtet werden muss.



Bauteile:

Bauteil Wert, Ausführung Aufgabe
TR1, TR2 Trafo(s) mit insgesamt 3 Wicklungen Versorgung des Netzteils
B1, B2 > 1,5 A Brückengleichrichter für die Ausgangspannung
B3 0,5 A Brückengleichrichter für die IC Versorgung
K1 > 1,5 A, 2 fach Umschalter Relay für die Serien-, Parallelumschaltung
IC4 7474 Flip Flop für Toggleschaltung
IC1, IC2 LM317 TO220 oder TO3 einstellbare Linearregler für Ausgangspannung
IC3 7805 (TO92 reicht) 5 V Versorung für Flip Flop
Q1 BC338 (oder anderer geeigneter NPN Transistor) schaltet den Spulenstrom von K1
S1 Taster (Schließer) Schaltet K1 über IC4 um
S2 2-fach Schalter (für 230 V ausgelegt!) Netzschalter
F1 0,5 mA Kleinsicherung Netzsicherung
X1 3-fach Klemme Netz- und Schutzleiteranschluss
X2 2-fach Klemme geregelte Ausgangsspannung
X3 2-fache Klemme Anschluss für ein Panelmeter
D1, D2 1N4148 oder andere Standarddioden Rücklaufdioden
D3 Standarddiode Schutzdiode Relay
D4 Z-Diode abhängig von Relaytyp und Spannung passt die Spannung für das Relay an (bei 5 V Typ kann K1 auch nach IC3 angeklemmt werden)
US1 LED Zeigt Parallel- oder Serienschaltung an
L1 >10 mH Stabilisierung
C1, C2, C3 >=2200uF Glättung der gleichgerichteten Spannung
C4 >1000 uF Stabilisierung
C5, C7 100 uF verhindert ein Aufschwingen der Spannungsregler
C6 >470 uF Stabilisierung
C8 100 nF Entprellung von S1
R1, R2 240 Ohm Referenzwiderstände für IC1, IC2
R5, R6 0,5-1 Ohm, >=2,5 W verhindern Ausregeln
R7 5k Ohm Poti zum Einstellen der Ausgangsspannung
R8 4k7 Ohm Pullup für CLK
R9 2k7 Ohm Basiswiderstand Q1
R4 330 Ohm Vorwiderstand US1